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Im ersten Teil der drei­tei­ligen Serie zum Tool QRSto­rage habe ich mit kon­kreten Nut­zungs­ideen beschrieben, wie Will­kom­mens­kultur gelebt und Mehr­spra­chig­keit hörbar gemacht werden kann. In diesem zweiten Teil der Reihe zeige ich, wie das Tool zum Üben des Hör­ver­ste­hens ein­ge­setzt werden kann.

Hör­übungen zu aus­ge­wählten Lauten

Suche z. B. bei Pic­to­Se­arch Bilder zu bestimmten Lauten und drucke sie aus. Der betref­fende Laut sollte bei man­chen Begriffen im Anlaut, bei anderen im Aus­laut (und als wei­tere Schwie­rig­keits­stufe als Inlaut) vor­kommen: L – die Lampe, der Nagel, der Löwe, die Gabel.

Nimm diese Wörter mit kleinen Sprech­pausen auf und erstelle daraus einen QR-Code. Dazu erhalten die Ler­nenden die ent­spre­chenden Bild­karten. Sie hören sich die Auf­nahme an und sor­tieren die Bilder zum Bei­spiel nach L im Anlaut, L im Inlaut und L im Auslaut. Zur Selbst­kon­trolle liegt ein Lösungs­blatt bereit.

Die Unter­schei­dung von Lang- und Kurz­vo­kalen lässt sich mit einer sol­chen Hör­übung eben­falls gut trai­nieren: Nenne in belie­biger Rei­hen­folge Wörter mit langem bzw. kurzem Vokal. Die Ler­nenden notieren, in wel­chem Begriff welche Vokal­länge zu hören war. Sprich bei­spiels­weise 15 Wörter auf und gib den Schü­le­rinnen und Schü­lern dazu ein Arbeits­blatt mit einer Tabelle zum Ankreuzen: Wortnummer | langer Vokal | kurzer Vokal. Die Tabelle hat so viele Zeilen, wie dein Audio Wörter ent­hält. Die Ler­nenden num­me­rieren die Zeilen der Tabelle (Wort­nummer) und mar­kieren bei jedem gehörten Begriff, ob der Vokal lang oder kurz ist. Gib dazu einen Lösungs­zettel aus.

Zuord­nungs­spiele mit Bild­karten oder Gegen­ständen

Mit diesem Mate­rial können deine Ler­nenden ihren Wort­schatz erwei­tern, indem sie Hör­me­mory spielen: Nimm kurze Texte zu aus­ge­wählten Bil­dern auf und drucke die QR-Codes aus. Mische die Bild­karten und die QR-Codes und lege sie mit der bedruckten Seite nach unten auf einen Tisch, an dem eine kleine Lern­gruppe sitzt und mit­ein­ander wett­ei­fert.

Abwech­selnd werden in jeder Spiel­runde jeweils eine Bild­karte auf­ge­deckt und ein Audio ange­hört. Wenn das zusam­men­passt, werden die beiden Karten bei­sei­te­ge­legt und der Spieler bzw. die Spie­lerin bekommt einen Punkt. Gespielt wird, bis alle Paare gefunden wurden. Beson­ders anspruchs­voll wird das Spiel, wenn die bereits zuge­ord­neten Pär­chen wei­terhin auf dem Tisch lie­gen­bleiben.

Statt Memory mit diesen Mate­ria­lien zu spielen, können die Spie­lenden auch  ein­fach Bilder und Audios zuordnen. Das ist weniger zeit­auf­wändig und lässt sich nicht nur mit Bild­karten, son­dern auch gut mit All­tags­ge­gen­ständen umsetzen.

Spre­chende Voka­bel­karten

Nimm Fotos für die Wort­schatz­ar­beit in deiner Lern­gruppe auf: ver­schie­dene Schul­ma­te­ria­lien, Werk­zeuge oder Küchen­ge­räte etc. Bereite zu jedem Foto einen spre­chenden QR-Code vor und klebe ihn auf ein Kärt­chen. Je nach Sprach­ni­veau kannst du das Bild in deiner Auf­nahme mehr oder weniger aus­führ­lich beschreiben: Der Ball – Das ist ein Ball. Der Ball ist blau. Oder sprach­lich anspruchs­voller: Der Ball – Das ist ein Ball. Mit einem Ball kannst du Handball, Fußball oder Volleyball spielen. Du kannst einen Ball werfen, rollen oder treten.

Diese Idee lässt sich gut gemeinsam mit den Ler­nenden umsetzen oder von einer fort­ge­schrit­tenen Gruppe für Sprach­an­fän­ge­rinnen und ‑anfänger vor­be­reiten. Du kannst auch Fotos auf­nehmen, auf denen meh­rere Gegen­stände abge­bildet sind. Wenn du bei­spiels­weise ein geöff­netes Mäpp­chen foto­gra­fierst, könnte das dazu­ge­hö­rige Audio lauten: In diesem Mäppchen sind drei Stifte, ein Radiergummi und eine Schere. Die Schü­le­rinnen und Schüler lernen mit diesen spre­chenden Voka­bel­karten einen Wort­schatz kennen und üben ihn ein.

Hör­ver­stehen mit selbst geschrie­benen Mini­dia­logen

Zuerst ver­fassen die Schü­le­rinnen und Schüler in Klein­gruppen kurze Dia­loge, z. B. Gespräche beim Ein­kaufen oder bei einem Restau­rant­be­such. Dazu eignet sich gut ein kol­la­bo­ra­tives Schreibpad wie der Group­Writer. Nach der Text­pro­duk­tion üben die Ler­nenden das laute Vor­lesen ihrer Dia­loge, nehmen sie schließ­lich auf und erstellen daraus QR-Codes.

Die Audios kannst du in einer anderen Unter­richts­stunde abspielen und dazu Hör­ver­ste­hens­übungen mit der Lern­gruppe durch­führen. Stelle zum Bei­spiel Fragen zum Gehörten oder lasse die Schü­le­rinnen und Schüler Satz­an­fänge dazu ergänzen.

Behaup­tungen zu einem Wim­mel­bild

Bereite zu einem ana­logen oder digi­talen Wim­mel­bild ein Arbeits­blatt mit einer Tabelle vor, die in die zwei Spalten richtig und falsch unter­teilt ist. In jeder Zeile steht eine Zahl (z. B. von 1 bis 10). Nimm zehn ver­schie­dene Behaup­tungen zu dem Wim­mel­bild auf, die zum Teil kor­rekt, zum Teil falsch sind: Satz 1: Auf dem Bild sind zehn Personen, Satz 2: Das Picknick findet im Sommer statt, Satz 3: Auf dem Grill liegen Kartoffeln. Die Ler­nenden bekommen den QR-Code und müssen nach dem Abspielen für jeden Satz auf ihrem Arbeits­blatt die Lösung ankreuzen. Zum Über­prüfen liegt ein Lösungs­zettel bereit.

Anwei­sungen ver­stehen und umsetzen

Sprich für deine Schü­le­rinnen und Schüler Anwei­sungen ein, die sie aus­führen müssen: Waren beim Kauf­la­den­spiel in ihren Ein­kaufs­korb packen, Bild­karten in einer bestimmten Rei­hen­folge anordnen oder Gegen­stände im Klas­sen­raum ein­sam­meln und auf einem Tisch ablegen. Du kannst ihnen auch die Kopie eines Stadt­plans geben und eine Weg­be­schrei­bung vor­tragen, die auf dem Plan ein­ge­zeichnet werden muss. Stelle ihnen für diese Übungen die ent­spre­chenden QR-Codes, die nötigen Mate­ria­lien sowie ein Lösungs­blatt zur Ver­fü­gung.

Bild­diktat

Wähle zum Bei­spiel bei Pic­to­Se­arch eine schwarz-weiße Abbil­dung aus und bereite dazu einen spre­chenden QR-Code vor. Beschreibe, in wel­chen Farben die Ler­nenden dieses Bild aus­malen sollen. Sie bekommen eine Kopie der Abbil­dung und setzen die Anwei­sungen um. Zur Selbst­kon­trolle hän­digst du ihnen eine ent­spre­chend aus­ge­malte Vor­lage aus.

Bil­der­buch zum Anhören

Erstelle aus einem Bil­der­buch ein Hör­buch: Lies ent­weder den Text vor, der auf jeder Seite steht oder erzähle selbst etwas zu jeder Abbil­dung und gene­riere daraus einen spre­chenden QR-Code. Wenn du magst, kannst du auch Über­set­zungen des Bil­der­bu­ches in ver­schie­denen Spra­chen anbieten.

Text als Hör­puzzle

Lies abschnitts­weise einen Text für deine Ler­nenden vor. Jeder Teil bekommt einen eigenen QR-Code. Kenn­zeichne jeden aus­ge­druckten QR-Code mit einem Buch­staben. Gestalte ein Lösungs­blatt mit den num­me­rierten Text­ab­schnitten und den ent­spre­chenden Buch­staben, also z. B. 1 B, 2 H, 3 D. Die Schü­le­rinnen und Schüler erhalten einen Brief­um­schlag mit allen QR-Codes. Sie hören die Text­stücke so oft sie möchten an und bringen sie in die rich­tige Rei­hen­folge. Zum Schluss über­prüfen sie ihr Ergebnis anhand eines Lösungs­blattes.

 

Alexandra Piel bietet in Nieder­sachsen, Hessen und NRW Lehr­kräfte­fort­bildungen zur Methodik und Didaktik des DaZ- und Fremd­sprachen­unter­richts an. Größten­teils führt sie ihre Fort­bildungen online durch und nutzt dabei gern moti­vierende digitale Tools. Außerdem unter­richtet sie Nieder­ländisch an der TU Dortmund und hat bei verschiedenen Verlagen Unter­richts­materialien veröffent­licht.