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AIS.chat ist eine für Schulen kos­ten­lose und daten­schutz­kon­forme KI-Chatbot-Ober­fläche, die im Rahmen eines län­der­über­grei­fenden Vor­ha­bens des Digi­tal­Pakt Schule vom Medi­en­in­stitut FWU im Auf­trag der 16 Bun­des­länder ent­wi­ckelt wurde.

AIS.chat ist an ver­schie­dene Large Lan­guage Models (LLMs) ange­bunden, die alle in der EU betrieben werden. Du kannst als Lehr­kraft wählen, mit wel­chen der ange­bo­tenen Sprach­mo­delle du arbeiten willst. Du kannst also unter­schied­liche LLMs testen und deren Ant­wort­ver­halten ver­glei­chen.

AIS.chat wird seit 2026 für alle Schulen in Nie­der­sachsen zur Ver­fü­gung gestellt. Wei­tere Infor­ma­tionen fin­dest du hier.

In wel­chen Unter­richts­si­tua­tionen bietet sich AIS.chat als Über­setzer für DaZ-Ler­nende an?

Früher oder später stehen alle Schüler mit DaZ-Status vor der Her­aus­for­de­rung, auf­grund inten­siver För­de­rung und durch sie indi­vi­du­elle erar­bei­tete Lern­ziele so sicher in der deut­schen Sprache geworden zu sein, dass als nächster logi­scher Schritt die Teil­nahme am Regel­un­ter­richt in Deutsch ansteht. Oft ist der Lern­stand im Deut­schen zu diesem Zeit­punkt aber noch sehr fluide, die Voka­beln und Satz­struk­turen wenig gefes­tigt und das Sprach­ni­veau über­wie­gend unter B1 der ent­spre­chenden Refe­renz­rahmen. Eine Tat­sache, die sich durch Lern­stands­er­he­bungen und Sprach­tests, die vor­wie­gend auf die Über­prü­fung der im Unter­richt erlernten Inhalte abzielen, nicht immer rea­lis­tisch abbilden lässt.
So ent­stehen nicht selten Unter­richts­si­tua­tionen, in denen Schüler mit DaZ-Status zwar eigen­ständig ver­schie­dene Arbeits­ma­te­ria­lien zum Sprach­er­werb Deutsch bear­beiten können, sie den­noch auf Hilfe dabei ange­wiesen sind, sich die Bedeu­tung von deut­schen Voka­beln oder Kon­texte in deut­scher Sprache zu erschließen.
An diesem Punkt des Sprach­er­werbs Deutsch bietet sich Lehr­kräften nun durch das AI-Frontend AIS.chat die Mög­lich­keit, den Schü­lern ein ziel­ge­rich­tetes Werk­zeug zum Über­setzen an die Hand zu geben, wel­ches das eigen­ver­ant­wort­liche Arbeiten beför­dert und gleich­zeitig auf Ablen­kungen, wie sie durch das Nutzen anderer Über­set­zungs­mög­lich­keiten mit­unter ent­stehen, ver­zichtet.

Benö­tigte Medi­en­kom­pe­tenzen sei­tens der Ler­nenden

Um Dia­log­partner auf AIS.chat ziel­ge­richtet ein­setzen zu können, bedarf es einiger Medi­en­kom­pe­tenzen sei­tens der Ler­nenden. Die Aus­prä­gung der jewei­ligen Kom­pe­tenz vari­iert natür­lich ent­spre­chend der genutzten End­ge­räte.

Die Ler­nenden sind dazu in der Lage, …

  1. über die Kamera-App ihres digi­talen End­ge­räts einen QR-Code zu scannen oder…
  2. über die Browser-App auf ihrem digi­talen End­gerät die Inter­net­seite https://app.ais-chat.schule/ auf­zu­rufen und dort über die Ein­gabe eines Codes den frei­ge­schal­teten Dia­log­partner zu nutzen.
  3. deut­sche Wörter per Tas­tatur- oder Sprach­ein­gabe aus einem Auf­ga­ben­kon­text in das Dia­log­feld im AIS.chat-Dialogpartner ein­zu­geben.
  4. Text­aus­gaben in Schrift zu kopieren und bei Bedarf in eine App oder eine Inter­net­seite ein­zu­fügen, die diese als Sprach­aus­gabe aus­gibt.

Anwen­dungs­ziel

Durch die Ein­bin­dung von AIS.chat in den Deutsch­un­ter­richt für Schüler mit DaZ-Status können sich diese, unab­hängig von der Lehr­kraft, unklare Wörter mit­hilfe eines vor­ein­ge­stellten Dia­log­part­ners in die ihnen bekannte Mut­ter­sprache über­setzen lassen (Im Fol­genden bei­spiel­haft: Ukrai­nisch). Zusätz­lich erhalten sie eine kurze Erklä­rung, was das ent­spre­chende Wort bedeutet. Der Dia­log­partner ist so kon­fi­gu­riert, dass er alle wei­teren Anfragen der Schüler nicht bear­beitet und darauf hin­weist, dass er nur zum Über­setzen da ist.

Vor­teil

Durch den Ein­satz eines Dia­log­part­ners auf AIS.chat werden die Schüler nicht nur in die Situa­tion gebracht, sich ein Wort zu erschließen – was selbst­ver­ständ­lich auch durch eine Ein­gabe des Wortes in das Such­feld einer Such­ma­schine und die anschlie­ßende Bild­aus­gabe mög­lich wäre – , son­dern sie tun dies in einer simu­lierten Dia­log­si­tua­tion. Zusätz­lich zu der ein­fa­chen Über­set­zung erhalten sie gleich­zeitig eine kurze Erklä­rung, die sie sich lesend oder hörend aneignen müssen. Es muss als Sprache bewusst genutzt werden, um Sprache zu erlernen.

Bebil­derte Anlei­tung zur Erstel­lung des Dia­log­part­ners auf AIS.chat

Dia­log­partner erstellen

Unter der AIS.chat-Oberfläche wählt man im linken Menü­band den Reiter DIA­LOG­PARTNER. Anschlie­ßend klickt man auf +DIA­LOG­PARTNER ERSTELLEN.

Fest­legen der Grund­ein­stel­lungen

Nun legt man die all­ge­meinen Ein­stel­lungen (Grund­ein­stel­lungen) für den Dia­log­partner fest, begin­nend mit den für die Nutzer sicht­baren Details wie Bild, Name des Dia­log­part­ners und einer Kurz­be­schrei­bung. Das Sprach­mo­dell kann eben­falls je nach vor­aus­sicht­li­cher Kom­ple­xität gewählt werden.

 

Nun folgen die spe­zi­fi­scheren Ein­stel­lungen für den Dia­log­partner. In diesem Bei­spiel soll der Dia­log­partner eine Über­set­zerin für DaZ-Ler­nenden sein, die Ukrai­nisch spre­chen. Die Kon­fi­gu­ra­tionen lassen sich aber selbst­ver­ständ­lich abhängig vom jewei­ligen Bedarf beliebig anpassen.

Der Name der simu­lierten Person darf frei gewählt werden.
Im Anschluss wird für die zukünf­tigen Nutzer kurz erläu­tert, welche Dia­log­op­tionen dieser Dia­log­partner bietet. Bei Bedarf kann ein pas­sendes Bild hin­zu­ge­fügt werden.
Hin­weis: AIS.chat bietet die Mög­lich­keit über Neues Bild ein KI-gene­riertes Bild nach den benö­tigten Vor­gaben zu erzeugen.

Didak­ti­sche Ein­stel­lungen

Anschlie­ßend folgen in Form der Instruk­tionen die spe­zi­fi­scheren Ein­stel­lungen für den Dia­log­partner. In diesem Bei­spiel soll der Dia­log­partner eine Über­set­zerin für DaZ-Schüler sein, die Ukrai­nisch spre­chen. Die Kon­fi­gu­ra­tionen lassen sich aber selbst­ver­ständ­lich abhängig vom jewei­ligen Bedarf beliebig anpassen.

Im diesem Abschnitt wird kurz aber klar for­mu­liert, wel­chen Lern­erfolg die Anwender durch die Nut­zung des Dia­log­part­ners gewinnen sollen. Dar­über hinaus gibt man an, in wel­cher Unter­richts­si­tua­tion der erstellte Dia­log­partner genutzt werden soll und welche Ergän­zungen zum Lern­pro­zess im Schul­un­ter­richt er bietet. Eben­falls bietet sich hier die Mög­lich­keit, klare Para­meter anzu­geben, in denen der Dia­log­partner den Anwen­dern zu ant­worten hat. Hier gibt man auch an, welche Anfragen nicht zu bear­beiten sind und wie sei­tens des Dia­log­part­ners darauf reagiert werden soll. Je klarer, desto besser!

Für die oben beschrie­benen Abschnitte bietet es sich an, die Instruk­tionen in fol­gende Kate­go­rien ein­zu­teilen: „Du soll­test fol­gendes beachten:“, „Fol­gende Dinge soll­test du AUF KEINEN FALL tun:“, „Du wirst in fol­gendem Lern­kon­text ver­wendet:“ und „Die Ler­nenden sollen fol­gende Kom­pe­tenzen erwerben:“
Das Ganze könnte dann fol­gen­der­maßen aus­sehen:

Dar­über hinaus können die Instruk­tionen noch rele­vante Infor­ma­tionen ent­halten wie etwa den Schultyp, die Klas­sen­stufe und das Fach, in denen der Dia­log­partner Anwen­dung finden soll.

Am Ende der Ein­stel­lungen hat man noch die Mög­lich­keit, eine Ein­stiegs­frage bzw. einen Ein­stiegs­satz zu for­mu­lieren, der die Anwender noch einmal dar­über in Kenntnis setzt, welche Art von Dialog nun folgen wird.

Wei­tere Hin­ter­grund­in­for­ma­tionen werden für die Erstel­lung dieses Dia­log­part­ners grund­sätz­lich nicht benö­tigt. Bei Bedarf kann aber auch auf zusätz­li­ches Infor­ma­ti­ons­ma­te­rial zurück­ge­griffen werden.

Nun könnte noch die all­ge­meine Frei­gabe des Dia­log­part­ners ein­ge­stellt werden.

Dia­log­partner im Unter­richt ein­setzen

Um den erstellten Dia­log­partner nun ziel­ge­richtet im Unter­richt ein­setzen zu können wählt man im linken Menü­band erneut Dia­log­partner, dann aus der Liste vor­han­dener Dia­log­partner den zuvor erstellten Über­setzer für DaZ-Schüler und stellt anschlie­ßend ein, für wie lange dieser durch die Anwender genutzt werden kann und wel­ches Token­vo­lumen durch gestellte Fragen ver­braucht werden darf.

 

Lukas Ewig arbeitet seit 2015 als Grundschullehrer an der Grundschule Am Grünen Kamp in Delmenhorst. Darüber hinaus ist er als Medienpädagogischer Berater des NLQ im Medienpädagogischen Zentrum in Delmenhorst tätig. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte ist die Einbindung digitaler Medien in den Kunst- und Textilunterricht der Grundschule.

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