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telli ist eine für Schulen kos­ten­lose und daten­schutz­kon­forme KI-Chatbot-Ober­fläche, die im Rahmen eines län­der­über­grei­fenden Vor­ha­bens des Digi­tal­Pakt Schule vom Medi­en­in­stitut FWU im Auf­trag der 16 Bun­des­länder ent­wi­ckelt wurde.

telli ist an ver­schie­dene Large Lan­guage Models (LLMs) ange­bunden, die alle in der EU betrieben werden. Du kannst als Lehr­kraft wählen, mit wel­chen der ange­bo­tenen Sprach­mo­delle du arbeiten willst. Du kannst also unter­schied­liche LLMs testen und deren Ant­wort­ver­halten ver­glei­chen.

telli wird seit Februar 2026 für alle Schulen in Nie­der­sachsen zur Ver­fü­gung gestellt. Wei­tere Infor­ma­tionen fin­dest du unter: https://bildungsportal-niedersachsen.de/digitale-welt/kuenstliche-intelligenz-ki/telli-in-niedersachsen

In wel­chen Unter­richts­si­tua­tionen bietet sich telli als Über­setzer für DaZ-Ler­nende an?

Früher oder später stehen alle Ler­nenden mit DaZ-Status vor der Her­aus­for­de­rung, auf­grund inten­siver För­de­rung und durch sie indi­vi­du­elle erar­bei­tete Lern­ziele so sicher in der deut­schen Sprache geworden zu sein, dass als nächster logi­scher Schritt die Teil­nahme am Regel­un­ter­richt in Deutsch ansteht. Oft ist der Lern­stand im Deut­schen zu diesem Zeit­punkt aber noch sehr fluide, die Voka­beln und Satz­struk­turen wenig gefes­tigt und das Sprach­ni­veau über­wie­gend unter B1 der ent­spre­chenden Refe­renz­rahmen. Eine Tat­sache, die sich durch Lern­stands­er­he­bungen und Sprach­tests, die vor­wie­gend auf die Über­prü­fung der im Unter­richt erlernten Inhalte abzielen, nicht immer rea­lis­tisch abbilden lässt.

So ent­stehen nicht selten Unter­richts­si­tua­tionen, in denen Ler­nende mit DaZ-Status zwar eigen­ständig ver­schie­dene Arbeits­ma­te­ria­lien zum Sprach­er­werb Deutsch bear­beiten können, sie den­noch auf Hilfe dabei ange­wiesen sind, sich die Bedeu­tung von deut­schen Voka­beln oder Kon­texte in deut­scher Sprache zu erschließen.

An diesem Punkt des Sprach­er­werbs Deutsch bietet sich Lehr­kräften nun durch das AI-Frontend telli die Mög­lich­keit, den Ler­nenden ein ziel­ge­rich­tetes Werk­zeug zum Über­setzen an die Hand zu geben, wel­ches das eigen­ver­ant­wort­liche Arbeiten beför­dert und gleich­zeitig auf Ablen­kungen, wie sie durch das Nutzen anderer Über­set­zungs­mög­lich­keiten mit­unter ent­stehen, ver­zichtet.

Benö­tigte Medi­en­kom­pe­tenzen sei­tens der Ler­nenden

Um Dia­log­partner auf telli ziel­ge­richtet ein­setzen zu können, bedarf es einiger Medi­en­kom­pe­tenzen sei­tens der Ler­nenden. Die Aus­prä­gung der jewei­ligen Kom­pe­tenz vari­iert natür­lich ent­spre­chend der genutzten End­ge­räte.

Die Ler­nenden sind dazu in der Lage,

  1. über die Kamera-App ihres digi­talen End­ge­räts einen QR-Code zu scannen oder …
  2. über die Browser-App auf ihrem digi­talen End­gerät die Inter­net­seite chat.telli.schule auf­zu­rufen und dort über die Ein­gabe eines Codes den frei­ge­schal­teten Dia­log­partner zu nutzen.
  3. deut­sche Wörter per Tas­tatur- oder Sprach­ein­gabe aus einem Auf­ga­ben­kon­text in das Dia­log­feld im telli-Dia­log­partner ein­zu­geben.
  4. Text­aus­gaben in Schrift zu kopieren und bei Bedarf in eine App oder eine Inter­net­seite ein­zu­fügen, die diese als Sprach­aus­gabe aus­gibt.

Anwen­dungs­ziel

Durch die Ein­bin­dung von telli in den Deutsch­un­ter­richt für Ler­nenden mit DaZ-Status können sich diese, unab­hängig von der Lehr­kraft, unklare Wörter mit­hilfe eines vor­ein­ge­stellten Dia­log­part­ners in die ihnen bekannte Mut­ter­sprache über­setzen lassen (Im Fol­genden bei­spiel­haft: Ukrai­nisch). Zusätz­lich erhalten sie eine kurze Erklä­rung, was das ent­spre­chende Wort bedeutet. Der Dia­log­partner ist so kon­fi­gu­riert, dass er alle wei­teren Anfragen der Ler­nenden nicht bear­beitet und darauf hin­weist, dass er nur zum Über­setzen da ist.

Vor­teil

Durch den Ein­satz eines Dia­log­part­ners auf telli werden die Ler­nenden nicht nur in die Situa­tion gebracht, sich ein Wort zu erschließen – was selbst­ver­ständ­lich auch durch eine Ein­gabe des Wortes in das Such­feld einer Such­ma­schine und die anschlie­ßende Bild­aus­gabe mög­lich wäre – , son­dern sie tun dies in einer simu­lierten Dia­log­si­tua­tion. Zusätz­lich zu der ein­fa­chen Über­set­zung erhalten sie gleich­zeitig eine kurze Erklä­rung, die sie sich lesend oder hörend aneignen müssen. Es muss als Sprache bewusst genutzt werden, um Sprache zu erlernen.

Bebil­derte Anlei­tung zur Erstel­lung des Dia­log­part­ners auf telli

Unter der telli Ober­fläche wählt man im linken Menü­band den Reiter Dia­log­partner. Anschlie­ßend klickt man auf + Dia­log­partner erstellen.

Nun legt man die all­ge­meinen Ein­stel­lungen (Grund­ein­stel­lungen) für den Dia­log­partner fest.

Das Sprach­mo­dell kann je nach vor­aus­sicht­li­cher Kom­ple­xität gewählt werden.

Schultyp, Klas­sen­stufe und Fach werden eben­falls dem Bedarf ent­spre­chend ange­passt.

 

Nun folgen die spe­zi­fi­scheren Ein­stel­lungen für den Dia­log­partner.

In diesem Bei­spiel soll der Dia­log­partner eine Über­set­zerin für DaZ-Ler­nenden sein, die Ukrai­nisch spre­chen.

Die Kon­fi­gu­ra­tionen lassen sich aber selbst­ver­ständ­lich abhängig vom jewei­ligen Bedarf beliebig anpassen.

Der Name der simu­lierten Person darf frei gewählt werden.

Im Anschluss wird für die zukünf­tigen Nutzer kurz erläu­tert, welche Dia­log­op­tionen dieser Dia­log­partner bietet. Bei Bedarf kann ein pas­sendes Bild hin­zu­ge­fügt werden.

Hin­weis: telli bietet die Mög­lich­keit über Neues Bild ein KI-gene­riertes Bild nach den benö­tigten Vor­gaben zu erzeugen.

Im nächsten Abschnitt wird kurz aber klar for­mu­liert, wel­chen Lern­erfolg die Anwender durch die Nut­zung des Dia­log­part­ners gewinnen sollen. Dar­über hinaus gibt man an, in wel­cher Unter­richts­si­tua­tion der erstellte Dia­log­partner genutzt werden soll und welche Ergän­zungen zum Lern­pro­zess im Schul­un­ter­richt er bietet. Zusätz­lich hat man die Mög­lich­keit, eine Ein­stiegs­frage bzw. einen Ein­stiegs­satz zu for­mu­lieren, der die Anwender noch einmal dar­über in Kenntnis setzt, welche Art von Dialog nun folgen wird.

Abschlie­ßend gibt man klare Para­meter an, in denen der Dia­log­partner den Anwen­dern zu ant­worten hat. Hier gibt man auch an, welche Anfragen nicht zu bear­beiten sind und wie sei­tens des Dia­log­part­ners darauf reagiert werden soll. Je klarer, desto besser!

Der gesamte Prompt für diesen Bereich lautet fol­gen­der­maßen:

„Kurz und knapp aus der Sicht einer Über­set­zerin der ukrai­ni­schen Sprache. Sie soll aus­schließ­lich das von dem Ler­nenden erfragte Wort auf Deutsch über­setzen und schreiben. Im Anschluss ist nur eine kurze Erklä­rung auf Ukrai­nisch mög­lich, die aber nicht länger als zwei Sätze ist und auch in Ukrai­nisch nur ein­fache Sprache ver­wendet. Es werden keine anderen Themen behan­delt und auch keine direkten Fragen beant­wortet. Nur Wörter, die ein­zeln genannt werden, werden über­setzt und bear­beitet. Beim Ver­such andere Fragen zu beant­worten soll darauf ver­wiesen werden, dass man nur zum Über­setzen und Erklären da ist. Der Dia­log­partner bleibt bei seiner Auf­gabe!“

Zusätz­liche Hin­ter­grund­in­for­ma­tionen werden für die Erstel­lung dieses Dia­log­part­ners grund­sätz­lich nicht benö­tigt. Bei Bedarf kann aber auch auf zusätz­li­ches Infor­ma­ti­ons­ma­te­rial zurück­ge­griffen werden.

Nun könnte noch die all­ge­meine Frei­gabe des Dia­log­part­ners ein­ge­stellt werden.

Dia­log­partner im Unter­richt ein­setzen

Um den erstellten Dia­log­partner nun ziel­ge­richtet im Unter­richt ein­setzen zu können wählt man im linken Menü­band erneut Dia­log­partner, dann aus der Liste vor­han­dener Dia­log­partner den zuvor erstellten Über­setzer für DaZ-Ler­nende und stellt anschlie­ßend ein, für wie lange dieser durch die Anwender genutzt werden kann und wie viele telli-Points durch gestellte Fragen ver­braucht werden dürfen.

 

Lukas Ewig arbeitet seit 2015 als Grundschullehrer an der Grundschule Am Grünen Kamp in Delmenhorst. Darüber hinaus ist er als Medienpädagogischer Berater des NLQ im Medienpädagogischen Zentrum in Delmenhorst tätig. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte ist die Einbindung digitaler Medien in den Kunst- und Textilunterricht der Grundschule.

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